Unser früherer Präsident Alexander Giese (1990 – 1998) verstarb am 19. Jänner 2016 in Wien

Als Chef der Hauptabteilung Kultur, Wissenschaft und Volksbildung unter dem früheren ORF-Generalintendanten Gerd Bacher prägte Giese das heimische öffentlich-rechtliche Fernsehen. Darüber hinaus ist er als Romancier hervorgetreten.

In seinem Werk beschäftigte ihn vor allem die Frage nach der Bedeutung von Humanismus und Toleranz in einer “Welt, die in zunehmendem Maß von Terror, Verbrechen und Intoleranz beherrscht wird”. Viele Jahre arbeitete er an einer Übersetzung der gesamten Shakespeare-Sonette die 2013 erschienen.

Alexander Giese, der den Schrecken des 2. Weltkriegs erlebte, setzte sich in der 2. Republik Österreichs, die als radikale Antithese zum NS-Regime verstanden werden muss, unermüdlich in Hörfunk, Fernsehen und in seiner Literatur für eine zeitgemäße Aufklärung ein.

Sein beruflicher Werdegang als Abteilungsleiter des Bildungsreferats des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (1950–1953), als Leiter des UKW-Versuchsprogramms des Österreichischen Rundfunks, als Hauptabteilungsleiter für die Programmplanung, als Leiter der Wissenschafts- und Bildungsabteilung des ORF-Fernsehens sowie als Lektor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien belegen dies.

Dem Österreichischen PEN Club stand er als Präsident in den Jahren 1990 bis 1998 vor, und richtete im Jahr 1991 den 56. Weltkongress des Internationalen PEN in Wien aus. Unermüdlich setzte sich Alexander Giese für seine Kolleginnen und Kollegen ein, sein Engagement im Bereich von “Writers in Prison” war legendär. Er veröffentlichte unter anderem: “Wie ein Fremder im Vaterland” (1975), “Wie Schnee in der Wüste” (1976), “Geduldet euch, Brüder” (1976), “Die Freimaurer” (1991), “Licht der Freiheit” (1993) und “Wüstenwind und Rosenschatten” (2001).

„Die Hoffnung, dass Menschlichkeit und Toleranz Gewalt und Terror überwinden, habe ich bis heute nicht verloren.“ (Alexander Giese)

Die Bestattung findet am 26. Jänner um 11:00 Uhr am Zentralfriedhof statt.
Ort: Zentralfriedhof, Simmeringer Hauptstraße 337, 1110 Wien, Feuerhalle