Zum Welttag der Poesie, 21. März – von Dorothea Nürnberg

welt im krieg

wegverloren irren welten.
menschen finden sich nicht mehr.
abgeirrt und weltenfressend
kopf tritt herz
und geld frisst kopf.

ozeane messen dichte.

öl schmutzt feder.

öl frisst wald.

waffen götzen

fällen kinder.

wasser käuflich.

düne

hält

versprechen.

wandert feldwärts. sandet welt.

tukan flieht

und amazonas windet rinder.

soja keimt im regenwald.

fluss weicht jäger.

trocknet abkehr richtung sonne.

wasser fehlt.

fällt.

menschen tränen klagelieder.

ahnen weichen. meiden rauch

aus schloten.

geister und schamanen

fällt das militär.

dämme brechen leben.

menschen roden tiere.

leben brennt.

und alle schönheit

frisst gewalt.

meer wogt aufstand.

wind probt kampf.

erde bricht.

welt im krieg.

ab und an

herzhauch

duftspur im wind.

ab und an

tränen

wasser. nicht käuflich.

ab und an

mitgefühl

respekt

in funken.

herzfeuer

schmilzt eis.

ab und an

öffnen. weiten.

klarer fühlen.

doch die waffen

kriegen.

brechen nicht.

länder brechen.

menschen. herzen.

kähne brechen.

meerwärts schleppen.

wal mit plastikbauch

erstickt delphin.

rosenknospe

keimt gewissen.

hagel schießt granate ein.

rittersporn verzagt.

versagt sein blau.

vögel trinken

fremde erde.

trunkner flug.

ertrunken im flug.

seeschwalbe

klirrt

möwe

welt im krieg.

***

(herzwortweben, ibera verlag, 22. märz 2017)

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