Dringende Meldung // Iran // Nasrin Sotoudeh

Iran: Forderung nach sofortiger Freilassung von Nasrin Sotoudeh, Menschenrechtsanwältin und -aktivistin, die während ihres Hungerstreiks schwer erkrankte.

Der Österreichische PEN zeigt sich, gemeinsam mit dem PEN International und zahlreichen weiteren PEN Zentren, zutiefst besorgt über den Gesundheitszustand der renommierten iranischen Schriftstellerin, Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh. Sie trat aus Protest gegen die grauenhaften Haftbedingungen, denen die aus politischen Gründen Inhaftierte in der COVID-19-Pandemie ausgesetzt sind, in den Hungerstreik.

Nasrin Sotoudeh, die, als Folge für ihre Arbeit als Rechtsvertreterin für Menschenrechtsopfer, selbst zu Unrecht zu bis zu 38 Jahren im Evin-Gefängnis verurteilt wurde, befindet sich seit dem 11. August im Hungerstreik. Sie protestiert auf diese Weise gegen die menschenunwürdige Behandlung von politischen Gefangenen in den Haftanstalten im ganzen Land. Mehrere andere Häftlinge, darunter Rezvaneh Ahmad Khanbeigi, haben sich Nasrin im Hungerstreik angeschlossen.

Dies ist bereits der zweite Hungerstreik, den Nasrin Sotoudeh in diesem Jahr zur Erreichung der Freilassung politischer Gefangener während der COVID-19-Pandemie unternommen hat.

In Folge hat sich der Gesundheitszustand Nasrin Sotoudehs stark verschlechtert: Ihr Ehemann Reza Khandan berichtete, dass sie am 19. September aufgrund von Herzproblemen und anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten in die Herzabteilung des Krankenhauses Talefani überführt wurde. Am 24. September meldete Reza Khandan, dass Nasrin aus dem Krankenhaus geholt und ohne notwendige medizinische Versorgung ins Gefängnis verfrachtet wurde, was die Menschenrechtsanwältin in akute Lebensgefahr bringt.

Der Österreichische PEN schließt sich vielen PEN Zentren, darunter dem PEN International, in ihrer Forderung nach der sofortigen und bedingungslosen Freilassung von Nasrin Sotoudeh an und fordert, dass sie ohne weiteren Verzug die lebenswichtige medizinische Versorgung erhält.

Jegliche Schikanen und Verfolgungen gegen Nasrin Sotoudeh und ihre Familie sind sofort einzustellen und die gegen sie erhobenen Anklagen müssen fallengelassen werden, sodass die Justiz als Instrument der Unterdrückung und Bestrafung gegen diejenigen, die das Leben der iranischen Bürger und Bürgerinnen verbessern wollen, ein Ende hat.