Nobelpreis für Literatur 2020

Mit dem Nobelpreis für Literatur des Jahres 2020 wurde die 1943 in New York geborene Autorin Louise Glück ausgezeichnet. Die bedeutende Lyrikerin veröffentlichte seit 1968 vierzehn Gedichtbände und zwei Sammlungen an Essays. Ihre bekanntesten Werke umfassen “Faithful and Virtuous Night” (2014) sowie “Averno” (2006) und “The Wild Iris” (1992), für welches sie den Pulitzer Prize erhielt. Im Herbst 2003 wurde sie zur zwölften “Poet Laureate” der Vereinigten Staaten von Amerika ernannt. Die Jury für den Nobelpreis für Literatur zeichnet Louise Glück für ihre “unverkennbare poetische Stimme aus”, durch welche sie “mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell” beschreibt. Louise Glück befasst sich in ihren lyrischen Werken mit Konzepten der Sein-Konstruktion, des Scheiterns sowie Aspekten des Traumas, des Heilens und der persönlichen Wiedergeburt.

Nichtsdestotrotz ist die Rezeption von Louise Glück im deutschsprachigen Raum eine mangelnde: Nur zwei Werke liegen in deutscher Übersetzung vor (Ukrike Draesner, 2007 und 2008). Zurzeit ist kein Buch von ihr in deutscher Übertragung lieferbar; sie sind seit langem vergriffen.

Die Auszeichnung einer Lyrikerin macht ein Dilemma sichtbar: Literatur, die nicht dem Mainstream zuzuzählen ist, wird kaum verlegt und wenn Veröffentlichungen kommerziell nicht erfolgreich sind, verschwinden sie. Wenn dies auf einen “Poet Laureate” zutrifft, braucht es keine Phantasie, sich vorzustellen, wie gewaltig hoch die Barrieren sind, vor denen Literaturen stehen, die in kleineren Sprachen geschrieben werden. Die Auszeichnung von Louise Glück ist auch als Symbol der Kontaktlosigkeit zu sehen.