Marathonlesung in der VHS Hietzing

Die VHS Hietzing wird am 20. Und 21. November 2020 wieder zum Literaturhotspot. Bereits zum siebten Mal werden 30 Stunden nonstop Werke der diesjährigen Literaturnobelpreisträger*in gelesen. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an die amerikanische Lyrikerin Louise Glück. Aufgrund der geltenden Bestimmung der Covid-Verordnung wird die Veranstaltung ohne Publikum vor Ort stattfinden und online via YouTube gestreamt werden. Mitlesende sind herzlich eingeladen, Teil dieses einmaligen Projektes zu werden, das dieses Jahr Werke in deutscher und englischer Sprache aufgreift und außerdem mit einem spannenden Experiment überrascht.

Das Gedicht als Botschaft und als Gesprächsangebot

In 20 Minuten-Blöcken werden Werke der Preisträger*in gelesen – und das nonstop! Die diesjährige Lesung bietet außerdem zwei Neuerungen: Durch die Kooperation mit „writers in prison“ vom PEN Club wird jeder Leseblock einer*einem anderen inhaftierten Schriftsteller*in gewidmet und in wenigen Sätzen das Schicksal der Person genannt. So wird die Marathonlesung nicht nur ein Fest der Literatur, sondern ruft auch all jene in Erinnerung, die aufgrund ihrer Literatur im Gefängnis sitzen.

Um das Gedicht nicht nur in seiner sprachlichen Schönheit zu erfassen, sondern auch als Gesprächsangebot zu begreifen, wartet ein Experiment auf alle Teilnehmer*innen. Die Lesenden werden dieses Jahr ersucht, Gedanken zum jeweiligen Gedicht mit den Zuhörer*innen zu teilen. In diesem Jahr haben auch mehr als 25 SchriftstellerInnen ihre Teilnahme zugesagt, so zum Beispiel Betina Bálaka, Peter Clar, Kurt Palm und Lydia Mischkulnig. Dabei geht es nicht um eine Interpretation, sondern um den persönlichen Zugang, aber auch um die sprachliche Annäherung. So soll schließlich eine Sammlung persönlicher Gedanken und Überlegungen zur Lyrik der Nobelpreisträgerin entstehen, die in Zusammenarbeit mit dem PEN Club im Löcker Verlag als Publikation erscheinen wird.