Einfach zum Nachdenken

Anstatt der üblichen Glückwünsche für ein friedliches Fest, anstelle der Beschwörung  des weihnachtlichen Friedens ein Gedicht, das Abdel Wahab Mohamed Youssef schrieb:

 

Alles vergebens. Du wirst sterben

heute oder morgen

oder vielleicht übermorgen.

Niemand kann in das Rad des Vergehens greifen,

das dem lebenden Körper zusetzt.

Alles vergebens, während der letzten Augenblicke

gibt es keine Erlösung,

um den Leichnam Welt zu retten.

 

Alles vergebens, kein Licht leuchtet,

das die Nacht bezwingt.

Alles vergebens, alles stirbt:

Zeit, Sprache,

Schreie, Traum,

Lieder, Liebe und Musik.

 

Alles vergebens, alles verschwindet.

Nichts bleibt übrig,

außer einer unendliche Leere,

nichts außer Leichen, die in eine düstere Stille gleiten,

und nichts außer dem Vergehen, das üppig sprießt.

 

Der Dichter Abdel Wahab Mohamed Youssef ertrank mit seiner Poesie im Mittelmeer, dem mare nostrum, das Europa und Afrika so verbindet wie trennt. Wäre Weihnachten nicht als Fest der Besinnung geeignet, sich der vergeblichen Suche des „hochheiligen“ Paares zu erinnern und eine Öffnung der verhärteten Gemüter unserer politischen Elite zu fordern? Wären nicht Akte der Mitmenschlichkeit gefordert, welche die angemaßte Herrenmenschlichkeit über Bord würfe?

 

In diesem Sinn: Ein frohes Fest!