Wir gratulieren

Meinungsfreiheit ist die Voraussetzung für Demokratie und dauerhaften Frieden, sagte Berit Reiss-Andersen, der Vorsitzende des norwegischen Komitees zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die Journalist:innen Maria Ressa und Dmitri Muratow. Stellvertretend werden sie für all die Journalist:innen ausgezeichnet, die unbeirrbar für Pressefreiheit und Menschenrechte eintreten. Die Philippina Maria Ressa, die das Nachrichtenportal „Rappler“ betreibt, in einer ersten Reaktion auf You tube: „Eine Welt ohne Fakten bedeutet eine Welt ohne Wahrheit und Vertrauen. Wenn wir in einer Welt leben, in der Fakten umstritten sind, und in der die weltweit größten Verteiler von Nachrichten die Verbreitung von Wut und Hass priorisieren und diese schneller und weiter verbreiten als Fakten, dann wird Journalismus zu Aktivismus.“ Ressa ist eine scharfe Kritikerin von Präsident Rodrigo „Rody“ Duterte, erst 2020 ist sie in einem Verleumdungsprozess zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, zurzeit ist sie auf Kaution in Freiheit. Das Writers in Prison Komitee hat sich wiederholt für sie eingesetzt. Der Russe Dmitri Muratow ist Chefredakteur der kremlkritischen Zeitung „Nowaja Gaseta“. Muratow solidarisierte sich zuletzt für die Demokratiebewegung in Belarus.  Er widmet den Preis seinen in den letzten Jahren in Russland ermordeten Journalistenkolleg:innen.
Der Österreichische PEN Club gratuliert den Preisträger:innen und betont einmal mehr, dass eine unabhängige Presse – und von politischen Machenschaften und Bestechungsversuchen freie Medien – unerlässlich für das Funktionieren einer Demokratie sind.