“QUANTENPHYSIK”-Vortrag am 22. MAI

gleichsam als Ergänzung zu unseren letzten Veranstaltungen, versuchen wir nun über die Fragwürdigkeit der menschlichen Wahrnehmung nachzudenken. Die Physik beweist uns nachhaltig, dass wir nicht das sehen, was wir sehen. Um den Dialog zwischen Literatur und Naturwissenschaften ein wenig mitzugestalten haben wir drei hervorragende Vertreter der jeweiligen Zunft zum Gespräch gebeten, und zwar:

Anton Zeilinger: Axiome der Quantenphysik
Michael Esfeld: Philosophie der Quantenphysik
Pravu Mazumdar: Quantenphysik und Sozialwissenschaften

Gespräche zwischen Künstlern/Literaten und Wissenschaftlern verlaufen üblicherweise auf einer schiefen Ebene. Weil die Erkenntnisse über die Entgrenzung der menschlichen Wahrnehmung sich häufig den üblichen Sprachrastern entzieht. Unsere Gäste beherrschen die Kunst der Grenzüberschreitung.

WANN & WO:    22. MAI.2014 UM 19:00 UHR

IN:  1010 WIEN, BANKGASSE 8, “CONCORDIA”

 

 

AKTUELL – Petition (Wahlrecht für russischsprachige Minderheit Mai 2014 )

Nach den Ereignissen in der Ukraine wird den Problemen mit den Minoritäten im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion in der ganzen Welt eine besondere Aufmerksamkeit zuteil: Können sie sich doch zu einem Dritten Weltkrieg auswachsen. Das gilt für die baltischen Staaten in der gleichen Weise wie für die Ukraine. Aber unter strikter Anwendung des Humanismus und den auf ihr beruhenden Menschenrechten lässt sich der Krieg viel besser verhindern als ein Einsatz der Streitkräfte und der Abwurf von Bomben durch die NATO.

In Tallinn etwa haben 50 Prozent der Einwohner Estnisch nicht als Muttersprache. Und immer noch – zwanzig Jahre nach der Wende – leben in Estland 100.000 russischsprachige Menschen ohne jede Staatsbürgerschaft (sie haben nur einen grauen Pass, der beweist, dass sie minderwertiger sind als „richtige“ Bürger und daher viel weniger Rechte haben). Ihnen wurde – anders als in Litauen – die estnische Staatsbürgerschaft verweigert. Mehr als ein Viertel der estnischen Bevölkerung blieb infolgedessen ohne die wichtigsten Bürgerrechte, daher oft auch ohne Arbeit und ausreichendem Lebensunterhalt. Anders sieht das bei vielen russischen Neureichen aus. Sie sprechen zwar kein Estnisch, sind aber mit estnischen Politikern gut befreundet und konnten eine Staatsbürgerschaft käuflich erwerben.

Dass estnische (auch lettische) Sowjetkollaborateure ihre Zusammenarbeit mit Moskau nie bereut haben, ist unerträglich. Dass sie nach dem Umbruch von ihrer eigenen Schuld ablenken und unschuldige, parteilose Russen als „Okkupanten“ brandmarken, ist ein Verbrechen: Sie selbst waren die Kollaborateure und gehörten der Okkupationsmacht in Sowjet-Estland und -Lettland an.

Darum wenden wir uns an das Europäische Parlament und bitten, dass die russischsprachigen Minderheiten in Estland und in Lettland, die nur grauen Pass haben, auch an der Wahl zum Europarlament im Mai 2014 teilnehmen dürfen. Und wir bitten auch, dass möglichst bald in der Europäischen Union allen Leuten mit grauem Pass ein normaler und menschenwürdiger Pass der Europäischen Union ausgestellt wird, weil diese Russischsprachigen haben nach der Wende gut gearbeitet, haben Steuer bezahlt und ihre Heimat und Europa geliebt. Warum können sie keinen normalen Pass bekommen und müssen mit einer Art „Sklavenpass“ ihr Dasein fristen?

Wir wünschen uns dringlichst, dass Europa seine Gleichgültigkeit aufgeben möge und sich für eine menschlichere und gerechtere Welt einsetzt, in der alle Bewohner Europas die gleichen Menschenrechte genießen und daher auch in der Lage sein müssen, das Europaparlament wählen zu können.

 

Reet Kudu (Estnische Schriftstellerin)

Terminvorschau ab Mitte April und Mai 2014

MI 23. IV 2014 19:00 Uhr  Essl Museum in Klosterneuburg, 3400 Klosterneuburg bei Wien, An der Donau-Au 1
Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“.

MI 23. IV 2014 19:30 Theater am Alsergrund, Löblichgasse 5-7, 1090 Wien
“Linz trifft Wien – kabarettistisch-musikalische Lesung” Gerhard Blaboll
(mit Günther Lainer und Gerald Etzler; Info und Karten: 01 310 46 33)

DO, 24. IV.2014 19.30 Uhr,  Brandlhof, 3710 Radlbrunn, NÖ
Lesung Peter Miniböck aus „Die Unschuld des Verleumders“.

DO 24. IV. 2014, 19:00 Uhr, Österr. Gesellschafts- u. Wirtschaftsmuseum, 1050 Wien, Vogelsanggasse 36

Lesung ÖSV Hilde Schmölzer, Maria Stahl, Cornelia Travnicek

DO 24.IV.2014, 19:00 Uhr, Stadttheater Gmunden
Dietmar Grieser  liest aus seinem jüngsten Bestseller „Landpartie – Begegungen, Erlebnisse und Entdeckungen in Österreich“  und Pazifik Jugendorchester Wien spielt Werke von Mozart, Haydn, Händel und Dvorak.

DO 24. IV. 2014, 20:00 Uhr , Frauenhilfe Salzburg, Franziskanergasse 5a
Franz Mayrhofer liest „Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding“ und gibt Anmerkungen zum Thema Entschleunigung

DO 24.IV.2014   19:00 Vinothek Miller-Aichholz, Favoritenstraße 22, 1040 Wien
Plattform Bibliotheksinitiativen / Kooperation mit NÖ PEN
Titel „Der Weg über die Grenze“ – Buchpräsentation Prof. Wilhelm Meissel
Es lesen: Dr. Rosemarie Schula, Brigitte Meissel, Dr. Elisabeth Schawerda, Gerhard Leitgeb.
Musik: Trio A tout – Roland Herret u.a.

DO 24. IV. 2014  19:00  Österr. Gesellschafts- u. Wirtschaftsmuseum,1050 Wien, Vogelsanggasse 36 (nahe Matzleinsdorfer Platz) Lesung und Buchpräsentation: Hilde Schmölzer, Maria Stahl, Cornelia Travnicek

SA 26.IV.2014 11:00 – 14:00 CONCORDIA (Matinee) & Presse
Vorstellung des Buches „Die Beidlers. Im Schatten des Wagner-Clans“. Vortrag und Diskussion
Buchpräsentation veranstaltet vom Österreichischen PEN-Club gemeinsam mit dem Richard Wagner-Verband Wien – mit Unterstützung der Schweizerischen Botschaft in Österreich. Frau Dagny Beidler, Urenkelin von Richard Wagner  und den Schweizer Autorinnen Verena Naegele und  Sibylle Ehrismann. Moderation: Susanne Dobesch.

DI 29. IV. 2014, 19 Uhr  Österreichischen Gesellschaft für Literatur 1010 Wien,  Herrengasse 5
Franz Forster präsentiert seinen Roman „Mozart & Salieri. Ein Roman in Tatsachen“ (Verlag Berenkamp, 2013).

DI 29. IV.2014 19:30 im stifter-haus linz, a. stifter-platz 1
Dorothea Macheiner liest aus ihrem neuen Buch „Djerba, La douce / Rommel.Stille“ (edition pen im Löcker Verlag) bei einer Verlagsvorstellung des Löcker Verlags gemeinsam mit Ruth Aspöck.

MI 30. IV. 2014 19:30  Musilhaus in Klagenfurt
Als Hommage zum 75. Geburtstag von Peter-Paul Wiplinger veranstaltet IG AutorInnen eine Lesung seines neuen Buches „Positionen 1960-2012“ (Austrian PEN / Löcker Verlag).

MI 30.IV.2014 9h Ausstrahlung im Radio FRO 105,0 MHz (Raum Linz) www.fro.at
Hörspiel von Claudia Taller „Am See“

MO 5.V.2014 19:00 CONCORDIA
Fest der Schönheit“ Friedrich Danielis Ausstellungseröffnung. Präsentation seines Buches „Leichter als Licht“ . Musikalisches Programm mit Susan Salm (Cello), die zwei Welturaufführungen von Kompositionen von Rainer Bischof und Wolfgang Florey präsentieren wird. Lesungen und Gespräche ergänzen das Fest. Mit weiteren Beiträgen von Christoph Lechner und Philo Ikonya und Elisabeth Nöstlinger. Moderation Helmuth A. Niederle und Frau Astrid Zimmermann.

MI 7. V. 2014  19:00 Cafe Prückel, Biberstrasse 2, 1010 Wien
Präsentation des neuen Kriminalromanes von Inge Gampl „Erpressungen“ (Ibera Verlag)

FR, 9.V.2014 19.00 Uhr, Literarischer Kreis Traismauer, Bibliothek, 3133 Traismauer, NÖ Lesung Peter Miniböck aus „Die Unschuld des Verleumders“

DI 13.V.2014  16:00  PEN CLUB
im Rahmen des PEN Club-Nachmittags ein Baltikum-Schwerpunkt unter dem Titel „Baltische Tragödie“;
Nachdenken über das literarische Werk von Siegfried von Vegesack, Reet Kudu liest (Cornelius Hell angefragt).

MI 14. V. 2014 18:00, Festsaal Grand Hotel Wien, 1010 Kärntner Ring
Lesung Judith Grohmann „In geheimer Mission“.

SA 17.V.2014  19.00 Uhr, Kulturhaus, 2603 Felixdorf, Schulstraße 4
Erich Sedlak präsentiert, gemeinsam mit seiner Frau Inge, sein neues Satireprogramm „Drunter und Drüber“.

SA  17.V.2014  11:00 Matinee in Buchhandlung Morawa, Wollzeile 11, 1010 Wien
Lesung von Dorothea Nürnberg – Erzählung „Gatito, der kleine Katerprinz“. Moderation Vera Russwurm.

 

DI 20.V. 2014 19:00 Stadtmuseum Klosterneuburg
Präsentation des neuen Buches „Vom Lesen der Bilder“ von Herbert Pauli (und 33 Bilder in Mischtechnik von Hermann Härtel)

MI 21. V. 2014 15:00 in Universität Sibiu (Rumänien)
Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“ und spricht über das literarische Leben in Österreich.

 

DO 22.V. 2014 19:00 CONCORDIA (& Presse)
Symposium QP – Axiome, Philosophie, Sprache“ – Quantenphysik Populär
Der Programm-Ablauf im Detail:
19:00     Begrüßung, einleitende Überlegungen: Dobesch, Kollegger
19:15     Impulsreferat/Streiflicht I Grundlagen, Axiome: Anton Zeilinger (Wien)
19:30     Impulsreferat/Streiflicht II Philosophie: Michael Esfeld (Lausanne)
19.45     Impulsreferat/Streiflicht III Sprache, Diskurs: Pravu Mazumdar (München)
20:00     10 brennende Fragen an die Referenten  profund, heiter und schräg
21:00      Fragen aus dem Publikum

FR 23. V. 2014 18:00 Uhr, Schillerhaus in Bukarest (Rumänien)
Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“ und spricht über das literarische Leben in Österreich.

DI 27.V. 2014 19:00 Uhr in CONCORDIA (grosser Saal)
Join! Alfred Zellinger CD-Präsention mit Franz Kogelmann

Termine im März

DI 11.III.2014 20:00 Uhr http://www.kip.co.at
Theaterpremiere von Helmut Korherr „magda goebbels.deutsche mutter“
mit Claudia ANDROSCH & Gisela SALCHER Regie: Christian SPATZEK

DO 13. III 2014  20:00 Uhr 4109 Leipzig, LINZER SALON in Leipzig
„Stern des Südens“ Gemeinsame Lesung mit Marcel Zischg, Theodora Bauer, Rudolf Habringer
und Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“

SA 15.III 2015 11:00 im PEN-CLUB  „Literaturfrühstück zum Frühlingserwachen“ 1010 Wien, Bankgasse 8
Bosco Tomasevic und Ernst R. Schöggl lesen aus ihren neuesten Werken, (Dr. Dobesch moderiert)

MO 17 III 2014   um 21:40 auf Ö1  Literatur im Radio „Texte – Neue Literatur aus Österreich“
“Ein Jahr ist hier sehr lang  – Lettre fictive an eine Direktion”  von Claudia Taller

DI 18.III.2014 19:00 Österr. Gesellschaft für Literatur, 1010 Wien, Herrrengasse 5
Buchvorstellung „Anabasis“ (Verlag Der Apfel) von Gheorghe Schwartz (Arad/Rumändien) und „Als alle tot waren, hatten wir ein schönes Land“ (edition pen im Löcker Verlag) von H.St. Milletich (eine Veranstaltung des ÖSV)

DI, 18. III. 2014, 19.00, Tirol: Palais Pfeiffersberg, Sillgasse 8, 2. Stock
Vortrag Univ.-Prof. i.R. Dr. Helmut Reinalter “Die Aufklärung und ihr Gegenteil. Aufklärungsdenken heute“
Moderation: Dr. Sylvia Tschörner (Tiroler PEN-Club)

DO 20.III.2014 20:00 Frauenhilfe Salzburg, Franziskanergasse 5a
Buchvorstellung (Gedichte) „Als alle tot waren, hatten wir ein schönes Land“ (edition pen im Löcker Verlag) von H.St. Milletich

DO 20.III.2014 19.00 Uhr, Atelier 3A, 1040 Wien, Mittersteig 3a
Premieren-Lesung Peter Miniböck aus „Die Unschuld des Verleumders“ mit Regina Habeler, Bassklarinette

DI 25.III.2014  16:00  PEN CLUB   (fix bestätigt von AG und AST)
im Rahmen des PEN Club-Nachmittags liest zum Thema „Tag der Lyrik“
Alexander Giese: Nachdichtungen der Sonette von William Shakespeare
es liest Andreas Steppan

DI 25. III 2014   20:00 Uhr  in 6130 Schwaz, Literaturforum Schwaz – Museum der Völker
Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“

MI 26. III 2014  19:00 Uhr in Innsbruck (Buchhandlung Wiederin oder Limbus Verlag)
Alexander Peer liest aus seinem Roman „Bis dass der Tod uns meidet“

FR 28.III.2014 19.00 Gemeindefestsaal 3062 Kirchstetten
Erich Sedlak präsentiert, gemeinsam mit seiner Frau Inge, sein neues Satireprogramm “Drunter und Drüber”

 

„mulieris mundi“ – FRAUENTAG

DO 6.III.2014   ab 11:00  Uhr – open end ca 19:00/20:00

PRESSEHAUS CONCORDIA (grosser Saal)
1010 Wien, Bankgasse 8
mit kleinem Buffet & Presse
EINTRITT :   gratis

Beitrag des Österreichischen PEN-Clubs zum „Internationalen Frauentag“
mulieris mundi – Weibliche Diskriminierung hat so viele Facetten und Geschichten …

 

Programmübersicht über die Referate und Lesungen:

 

Block I                  11:00 Uhr bis 13:30

  • Begrüssung (durch den Präsidenten und Generalsekretärin des PEN-Clubs Helmuth A.

    Niederle und Susanne Dobesch)

  • Philo Ikonya (Kenia/Norwegen)
  • Dorothea Macheiner (Österreich)

( P a u s e )

 Block II                  14:00 Uhr bis 16:00

  • Etela Farkašová (Slowakei)
  • Ishraga M. Hamid (Sudan/Österreich)

( P a u s e )

 Block III                  16:30 Uhr bis ca. 19:30/20:00

  • Erna Pfeiffer (Österreich)
  • Luisa Beatriz Futoransky (Argentinien)
  • Diana Raznovich (Argentinien) 

 

und Präsentation von 3 Neuerscheinungen:
“Black Orphea / Schwarze Orphea” – ein weltweites Literatur-Projekt mit Lyrikerinnen als Beitrag der „post racial literature“ und Präsentation der neuesten Bücher von Dorothea Macheiner „DJERBA, LA DOUCE /  ROMMEL. STILLE „  zwei Erzählungen, edition pen, bd. 14 , erschienen im Löcker Verlag Frühjahr 2014, und Etela Farkašová “Ein ganz gewohnlicher Tag und andere Erzählungen” edition pen Band XX

 

 

„mulieris mundi“
Sieben Frauen – drei Kontinente. Zum Internationalen Frauentag präsentiert der Österreichische P.E.N.-Club Texte von Frauen aus verschiedenen Kulturen und Ländern. Der erste Frauentag in Österreich fand im März 1911 statt. Damals ging es darum, das Wahlrecht für Frauen zu erkämpfen. Heute ist das bei uns kein Thema mehr, Chancengleichheit hingegen, die auch schon damals gefordert wurde, sehr wohl.
Es gibt keinen Stillstand“, sagt Helmuth Niederle, Präsident des P.E.N. „Das gilt auch für die Welt der Frau. Darüber wurde viel gesagt, meistens auf Griffiges reduziert. Der Österreichische PEN setzt mit mulieris mundi einen Themenschwerpunkt, der zum Nachdenken auffordert.

mulieris mundi ist das Folge- bzw. Parallelprojekt von „Time to Say: NO!“, das 2013 diesseits und jenseits des Atlantiks ein Zeichen setzte: Gewalt an Frauen ist nicht tolerierbar. Dieses Jahr sprechen Dichterinnen, Schriftstellerinnen und Wissenschaftlerinnen über die Ergebnisse ihrer Arbeit und ziehen unaufgeregt Bilanz: Was wurde erreicht und was ist noch zu verbessern. Ein Blick auf die Herkunfts- bzw. Aufenthaltsländer der Teilnehmerinnen zeigt, dass trotz des gemeinsamen Wunsches nach einem Mehr an Selbstbestimmung die Unterschiede in den einzelnen Lebenserfahrungen enorm groß sind. Gerade im Milieu der MigrantInnen und der postkolonialen Kulturen ortet die renommierte Literaturkritikerin Sigrid Löffler in ihrem letzten Buch die neue Weltliteratur.  In mulieris mundi treffen einander Schriftstellerinnen und Wissenschaftlerinnen aus dieser und der postkommunistischen Welt, aber auch aus dem Westen zu einem spannenden Diskurs über und mit Literatur von Frauen.

 

 

Zu den Vortragenden und Beiträge


Philo Ikonya kommt ebenfalls ursprünglich aus Afrika, und zwar aus Kenia. Sie fand in Norwegen politisches Asyl, Österreich ist jedoch literarisch ihre zweite Heimat geworden. Ikonya sammelt weltweit Stimmen und Texte von Frauen, die Barrieren niederreißen. In ihrem Werk thematisiert sie den Mangel an demokratischen Strukturen ihres Herkunftslandes. Sie präsentiert das Projekt „Black Orphea“ und wird einige Gedichte von allen Teilen der Welt vorlesen, aber auch eigene Texte vortragen. Ihr Einführungsbeitrag – in Englisch gehalten – wird behandeln:  „The indispensable recognition of women as constitution: relevant rage: Women constitute more than half of the world´s population. Any sector without them falsely represents humanity. Where as humanity cannot be defined in simple numbers but as the spirit that carries our finest substance forward in all its forms, the exclusion of any part of humans for any reason is the diminishing of all humanity. Justice requires that all are present.“

 

Dorothea Macheiner ist Theologin und Schriftstellerin aus Österreich. Nach dem Studium der Theologie und Germanistik unternahm sie zahlreiche Reisen in den Mittelmeerraum und hielt sich längere Zeit auf Sardinien, in Tunesien und auf Malta auf. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Salzburg und Wien. Sie hat Hörspiele, Romane, Essays und Gedichte geschrieben und ist Herausgeberin der Werke von Gerold Foidl. Sie stellt heute ihr Buch „DJERBA, LA DOUCE /  ROMMEL. STILLE „  zwei Erzählungen, edition pen, bd. 14 , erschienen im Löcker Verlag Frühjahr 2014,  mit Texten, die sich auf das aktuelle Frauenthema beziehen, vor. Darin verwebt sie Eindrücke aus Tunesien mit ihrem persönlichen Umfeld in Österreich, dem heutigen und dem der Nachkriegszeit. Als Einleitung spricht sie über das Alleinreisen als Frau in arabischen Ländern und über das Gebären zur Zeit des Nationalsozialismus.

 

Etela Farkašová ist Schriftstellerin und Philosophin, lehrte an der Comenius Universität in Bratislava, Slowakei. Sie interessieren die Befindlichkeiten der Frauen seit dem Umbruch und die Abgründe, in die Menschen fallen können.
In ihrem Beitrag möchte sie auf einige gewählte Merkmale hinweisen, die die gegenwärtige Situation der slowakischen Frauen im öffentlichen und privaten Leben charakterisieren; in diesem Zusammenhang wird sie ihre Aufmerksamkeit auch dem Spannungsverhältnis zwischen der privaten und öffentlichen Sphäre widmen.  Die Schriftstellerin wird dabei einen kurzen Rückblick auf die Zeiten des realen Sozialismus in der ehemaligen Tschechoslowakei und auf die Kehrseite der Konzeption der Emanzipation der Frauen, wie sie sich im realen Leben realisiert hat, richten. In ihren Überlegungen wird sie  auch von den soziologischen Forschungen ausgehen, die in den letzten 10 Jahren durchgeführt wurden und die uns einen Blick auf die Lage der Frau in der heutigen Slowakei anbieten können. Lesung:  verschiedene Gedichte  (veröffentlicht im Themenheft des  OeSV 2012 und 2013) und die Erzählung: „Ein ganz gewöhnlicher Tag“ aus dem neuen Buch  “Ein ganz gewohnlicher Tag und andere Erzählungen” edition pen Band XX. (Ihre Texte werden gelesen von Rosemarie Schulak , Dr. phil., Wien, seit 1997 Mitglied d. P.E.N.-Clubs)

 

Ishraga M. Hamid kommt ursprünglich aus dem Sudan, lebt nun in Österreich. Sie erzählt von diesen zwei so unterschiedlichen Welten. Als Einleitung spricht Sie über folgende Themen: „Das Schreiben ist mein Universum:  Wer bin ich ohne das Schreiben?“  sowie geschichtliche Hintergründe,  Literatur von Frauen im Sudan,  Identitätsveränderung, Literatur und soziale Verantwortung. Sie liest aus „Gesichter der Donau“ edition pen , erscheint demnächst, sowie  „Trotzdem singe ich“ Melina Verlag 2003, Wien und „Das Weibliche der Flöte“ Amreit Verlag, 2009, Kairo und zum Abschluss wird sie noch einen Abschnitt aus der noch unvollendeten Autobiographie „Ich bin Schwarze Wienerin“ vorlesen.

 

Erna Pfeiffer ist außerordentliche Professorin am Institut für Romanistik der Karl-Franzens-Universität Graz und hat seit vielen Jahren vor allem literarische Werke lateinamerikanischer Autorinnen aus dem Spanischen übertragen. Sie wird  vertiefend über Identitätskonstruktionen im Werk jüdisch-argentinischer Autorinnen sprechen. Im Kontext postmoderner „Patchworkexistenzen“, die ihre multiplen Identitäten aus heterogenen Elementen verschiedenster Provenienz zusammenwürfeln (müssen), kommt dem Schreiben argentinischer Autorinnen jüdischer Herkunft besonderes Interesse zu. Im Spannungsfeld von Herkunft und Zukunft, Tradition und Auf-Begehren, Ablehnung und Anlehnung, Erinnern und Erfinden, Fremdzuschreibung und Eigendefinition ist es für Frauen des 21. Jahrhunderts noch immer ein Wagnis und eine Herausforderung – gerade auch gegenüber der eigenen community –, selbst-bewusst, reflexiv, aber auch spielerisch neue, authentische und doch er-fundene Identitäten auf dem Reißbrett des literarischen Textes auszuprobieren, sprachlich durchzuexerzieren, welche Chancen sich für weibliche Lebensentwürfe jenseits von Patriarchat, Orthodoxie und Nationalismus auftun. Speziell in Exil- und Diasporasituationen der Jahrtausendwende entwickeln jüdisch-argentinische Schriftstellerinnen eigene und oft sehr originelle Strategien der Aushandlung von Zugehörigkeit, Abgrenzung, Individualisierung und Identifikation bzw. Loyalität(en). In einem kleinen Parcours durch das Schaffen ganz unterschiedlicher Vertreterinnen dieser escritura judeo-argentina femenina sollen Texte und persönliche Statements von Alicia Dujovne Ortiz, Manuela Fingueret, Luisa Futoransky, Alicia Kozameh, Liliana Lukin, Diana Raznovich, Reina Roffé, Sara Rosenberg, Ana María Shua, Alicia Steimberg und Susana Szwarc durchwandert und auf ihre Identitätskonstruktionen durchforstet werden.

 

Luisa Beatriz Futoransky zählt zu den wichtigsten argentinischen Lyrikerinnen. Sie lebt heute in Frankreich und erzählt über die Fremdheitserfahrungen der Generation ihrer Eltern als osteuropäische Juden in Argentinien. Thema Ihres Vortrages in Englisch gehalten: STARS OF A PERSONAL CONSTELLATION: The International Women’s Day commemorates a century struggle to participate in society on an equal basis with men and to achieve their full development as a person. Also testifies avatars and sometimes spectacular battles taken from ancient Greece, through the French Revolution until the early twentieth century when it began to proclaim, from various international organizations, holding a specific and overall day for women and their rights. An array of female role-models sustained me in my work, also in my life. I pay tribute to them here. 

Diana Raznovich aus Argentinien zeigt uns die Facetten weiblichen Humors. In ihrem Beitrag möchte sie zum einen Betrachtungen über den Humor aus Genderperspektive anstellen und zum anderen ihr Theaterstück „Die Befreiung der Señora Sara“ analysieren (deutsche Übersetzung von Erna Pfeiffer).Ihrem Verständnis nach ist Humor von Frauen – wenn er öffentlich ausgetragen wird – notwendiger Weise subversiv. Bereits seit den Mythen der Tora, als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben werden, bekommt Eva ein ausschließlich biologisches, schmerzhaftes Schicksal auferlegt: „Unter Schmerzen sollst du gebären.“ Dieses mythische Schicksal schreibt der Frau eine leidende Rolle als Mater Dolorosa zu, eine Ikone, die später durch das Christentum in Gestalt der Jungfrau Maria wieder aufgenommen wird. In dem Theaterstück beansprucht jedoch die Mutter ihr eigenes Begehren, sexuellen Genuss, Selbstbestimmung. Darauf soll das Zentrum unserer Betrachtung fokussiert sein. Auf die unaufgearbeitete Einstellung von Frauen zu ihrem Lachen, ihrem Begehren, ihrer Lust.