FPK-Landesrat Harald Dobernig: Einstiegsdroge Ortstafellösung

Der Österreichische P.E.N.-Club ist tief bestürzt über den menschenverachtenden Umgang mit kleineren Volksgruppen in Österreich. Erneut bewies ein „Freiheitlicher“ seinen zielsicheren Stil:

Der schon seit längerem verhaltensoriginelle Kärntner FPK-Landesrat Harald Dobernig hat es wieder getan: nachdem er – von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – schon am 25. September 2012 einen nationalistischen Erregungsstau abbauen mußte. Damals hatte er die Münze Österreich heftig kritisiert, weil sie einer 10-Euro-Sondermünze nicht nur Kärnten, sondern auch die Bezeichnung “Koroska” aufgeprägt hatte. Damit werde so getan, als ob ganz Kärnten zweisprachig sei. Diese Äußerung hat er nun wiederholt und noch ein Schäuferl nachgelegt, indem er der slowenischen Volksgruppe absprach, “echte Kärntner” zu sein. Er habe immer davor gewarnt, dass die erzielte Ortstafellösung “eine Einstiegsdroge” sei und man den Eindruck bekomme, “dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner wohnen” sowie “Kärnten ist nicht zweisprachig”.

Nicht nur angesichts der Tatsache, dass die den Slowenen aufgezwungene Ortstafellösung sowohl entsprechenden Urteilen der Höchstgerichte als auch dem Staatsvertrag widerspricht, sind solche Äußerungen von notorisch verhaltensoriginellen Politikern der FPK unerträglich. In Kärnten stellt sich darüberhinaus die Frage, wie lange man noch dem unwürdigen Spektakel zusehen muss, das von der FPK rund um Neuwahlen in Kärntnen abgezogen wird. Angesichts der Unbelehrbarkeit führender FPK-Politiker tritt der Österreichische P.E.N.-Club für den Rücktritt aller Mitglieder der FPK in der Kärntner Landesregierung ein und fordert die FPK auf, sofort den Weg zu Neuwahlen in Kärnten freizugeben.

Außerdem fordern wir die FPK auf, endlich die Hetze gegen Slowenen und Zweisprachigkeit einzustellen. In einem vereinten Europa haben Nationalismus und Chauvinismus keinen Platz. Die Frage, was denn nun ein echter Kärntner sei, ist im Sinne des Gedankens der europäischen Einigung ohnedies längst obsolet. Diese Art von nationalistischer Hetze hat die Menschheit im 20. Jahrhundert in zwei Weltkriege gejagt. Der österreichische P.E.N.-Club fordert alle anständigen Kärntner, egal welcher Muttersprache, dazu auf, sich von diesen volksverhetzenden Tönen zu distanzieren und stattdessen auf die Chancen hinzuweisen, die sich aus einem zweisprachigen Zusammenleben ergeben. Einige der wichtigsten Kärntner Autoren haben – auch das sei noch angemerkt – slowenisch als Muttersprache und in dieser Sprache bedeutende Beiträge zur Kärntner und zur europäischen Literatur verfaßt. Demgegenüber sind hochwertige Beiträge zur Kultur Kärntens durch Politiker der FPK bisher nicht bekannt geworden.

gezeichnet:
Michael Amon, Österreichischer P.E.N.-Club