Eine Erinnerung zum 100. Geburtstag meines Vaters Prof. Dr. Alexander Giese am 21. XI. 2021

Liebe PEN-Mitglieder, liebe Freunde!

Mein verehrter, geliebter Vater durfte 94 Jahre alt werden und somit einen Großteil des 20. Jahrhunderts und auch noch das 21. Jahrhundert erleben. Viel Leid, viel Freude, viel Lebenserfahrung und Wissen eignete er sich in diesen langen Jahren an. Die, die ihn noch gekannt haben als Präsidenten und Ehrenpräsidenten des PEN-Clubs, werden sich an eine starke, mitreißende Persönlichkeit erinnern, kreativ, voll Tatendrang und einer tiefen Humanität. Jedes Mitglied war ihm wichtig, wo er helfen konnte, half er. Er stand für Toleranz, Humanität und Integrität. Dies alles verbunden mit dem Gestus eines Mannes mit Manieren, die nicht angelernt, sondern immanent waren.

Ein Leben lang erforschte er die Geheimnisse Goethes und Kants, saugte begierig Wissenschaft und Kultur ein und machte sie in den Medien populär. So auch den Österreichischen PEN-Club.

Er war Historiker und schrieb Hörspiele, Opernlibretti, Gedichte und hunderte von Hörfunk und Fernsehsendungen. Seine große Romantrilogie Wie ein Fremder im Vaterland, Wie Schnee in der Wüste und Geduldet Euch Brüder beschrieb das antik-heidnische, das islamische und das christliche Postulat der Humanität im historischen Gewand. In all seinen Romanen und Geschichten geht es um den Versuch in der Welt zu überleben, auf der das Erbe der Vergangenheit ebenso schwer lastet, wie die Intoleranz der Gegenwart.

Wir alle, die wir ihn kannten, speziell ich als seine Tochter, vermissen ihn nicht nur, weil er die Gabe besaß, aus dem nichtigsten Anlass heraus ein faszinierendes Gespräch zu führen, das Gegenüber in die Tiefen des Denkens und Argumentierens zu entführen.

Selbst in den Mühen des Alters war sein Verstand brillant, sein Rat von tiefem Wert. Er verband Herz und Verstand und wird dadurch lebendig bleiben. Ich wäre gerne gläubig, um ihn im Himmel zu wissen.

Susanne Dobesch am 21. XI. 2021

.

Einladung zur Buchpräsentation

Melibea Obono: Wem gehören die Bindendee
Ein afrikanisches Idyll
Deutsche Übersetzung von Susanne Doppelbauer
edition pen, Löcker Verlag 2021
19.11.2021, 19 Uhr
Hauptbücherei, Urban-Loritz-Platz 2A, 1070 Wien
Begrüßung: Marion Wisinger, Österreichischer PEN Club
Lesung: Barbara Braun
Musik: Jordi Roviró und Tjan Šoštarič
Gespräch: Wie ein Regenbogen. Über Freiheit und Menschenrechte
Mit Melibea Obono, Ramón Esono (Menschenrechtsaktivist und Künstler und Berni Ledinski (Queer-Activist, Sprecher Queeramnesty Österreich, Dragqueen „Candy Licious“)
Moderation: Max Doppelbauer, Romanist, Universität Kiel
Über die Autorin: Trifonia Melibea Obono, 1982 in Äquatorialguinea geboren, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Forscherin zu Frauen- und Geschlechterfragen in Afrika. Lehrbeauftragte an der Fakultät für Literatur- und Sozialwissenschaften der Nationalen Universität von Äquatorialguinea in Malabo. Obono ist die bekannteste afrohispanische Schriftstellerin und LGTBQ-Aktivistin.
“Wem gehören die Bindendee”, nach deren Besitzer Melibea Obono hier im Titel rhetorisch fragt, bedeutet Frauen UND Prostituierte in ihrer Muttersprache Fang. Es ist der erste Roman der äquatorialguineischen Schriftstellerin Melibea Obono, der in deutscher Übersetzung präsentiert wird.

Writers in Prison Day 2021

Wir freuen uns, dieses Jahr zu Gespräch, Lesung und Buchpräsentation einzuladen. Wir sprechen mit unseren Gästen – Brian Haman, Thett Su San, Ko Ko Thett und Aziz Isa Elkun – über Menschenrechte und Literatur.  Helmuth A. Niederle, Henriette Schroeder, Marion Wisinger und Günther Zäuner lesen Gedichte aus: Die Armee schießt nicht in die Luft. Gedichte nach dem Militärputsch in Myanmar.

15. 11. 2021, 19 Uhr Alte Schmiede, Schönlaterngasse 8, 1010 Wien

Einladung

Besuchen Sie uns auf der Buchmesse!


Wir freuen uns, Sie auf der Buch WIEN begrüßen zu dürfen. Der Österreichische PEN-Club präsentiert die Neuerscheinungen 2021

Programm

Darf man alles sagen? Und wer bestimmt das?                                                Workshop über Meinungsfreiheit.

Donnerstag, 11. November
10.00 — 10.55 Uhr
DER STANDARD-Bühne
ab 15 Jahren
Messeeintritt

Darf man alles sagen? Und wer bestimmt das? Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht. Und doch gibt es Aussagen, die andere verletzen. Und wie steht es mit der Freiheit der Kunst? In vielen Länder der Welt werden Künstler*innen und Schriftsteller*innen verfolgt und inhaftiert. Die Autorin Eleonora Bögl (Junger PEN) und die Performancekünstlerin Kathi Power diskutieren mit dem Publikum über Provokation, Denkverbote und politisches Engagement. Moderation: Gerald Buchas

Programm