Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

ORANGE THE WORLD
Vor 40 Jahren wurde der UN-Gedenktag in Erinnerung an die in der Dominikanischen Republik ermordeten Schwestern Mirabal (Las Mariposas) zum ersten Mal ausgerufen. Bis heute kämpfen Frauen weltweit gegen Gewalt und Diskriminierung, in den Sozialen Medien und in der Öffentlichkeit nehmen Hass und Antifeminismus zu. Während der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ findet gemeinsam mit der MedUni Wien, der Volksanwaltschaft und dem AÖF – Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser die interdisziplinäre Ringvorlesung Eine von Fünf statt: Live-Stream zur Auftaktveranstaltung “(K)Ein Täter: Wie durchbricht man den Kreislauf der Gewalt?”

Absage der Veranstaltungen

Leider müssen auch wir unsere Veranstaltungen absagen:
LESUNG, TALK UND PERFORMANCE: 25.11.2021, 19 Uhr
Orange the World. Ein Abend gegen Gewalt an Frauen
Mit Rosa Logar (Leiterin der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie) und Cornelius Granig (Buchautor, Taskforce Leader Transparency International) Lesung: Michou Friesz. Performance: Sakina Teyna, Mahan Mirarab, Alexia Chrysomalli, Tini Kainrath und Marie-Theres Stickler.
LESUNG: LITERATUR UNTER DEN BÖGEN 2.12.2021, 19 Uhr
Endlos. Texte über das Meer
AutorInnen des Jungen PEN lesen Lyrik. Die slowenische Schriftstellerin Barbara Simoniti ist zu Gast. Buchpräsentation: Der Zaunprinz, Roman von Ewald Baringer. Writers in Prison: Über den inhaftierten kurdischen Lyriker Ilhan Çomak
WIENSTATION, Lerchenfeldergürtelbogen 28, 1080 Wien
Wir werden die Veranstaltungen 2022 nachholen!

Eine Erinnerung zum 100. Geburtstag meines Vaters Prof. Dr. Alexander Giese am 21. XI. 2021

Liebe PEN-Mitglieder, liebe Freunde!

Mein verehrter, geliebter Vater durfte 94 Jahre alt werden und somit einen Großteil des 20. Jahrhunderts und auch noch das 21. Jahrhundert erleben. Viel Leid, viel Freude, viel Lebenserfahrung und Wissen eignete er sich in diesen langen Jahren an. Die, die ihn noch gekannt haben als Präsidenten und Ehrenpräsidenten des PEN-Clubs, werden sich an eine starke, mitreißende Persönlichkeit erinnern, kreativ, voll Tatendrang und einer tiefen Humanität. Jedes Mitglied war ihm wichtig, wo er helfen konnte, half er. Er stand für Toleranz, Humanität und Integrität. Dies alles verbunden mit dem Gestus eines Mannes mit Manieren, die nicht angelernt, sondern immanent waren.

Ein Leben lang erforschte er die Geheimnisse Goethes und Kants, saugte begierig Wissenschaft und Kultur ein und machte sie in den Medien populär. So auch den Österreichischen PEN-Club.

Er war Historiker und schrieb Hörspiele, Opernlibretti, Gedichte und hunderte von Hörfunk und Fernsehsendungen. Seine große Romantrilogie Wie ein Fremder im Vaterland, Wie Schnee in der Wüste und Geduldet Euch Brüder beschrieb das antik-heidnische, das islamische und das christliche Postulat der Humanität im historischen Gewand. In all seinen Romanen und Geschichten geht es um den Versuch in der Welt zu überleben, auf der das Erbe der Vergangenheit ebenso schwer lastet, wie die Intoleranz der Gegenwart.

Wir alle, die wir ihn kannten, speziell ich als seine Tochter, vermissen ihn nicht nur, weil er die Gabe besaß, aus dem nichtigsten Anlass heraus ein faszinierendes Gespräch zu führen, das Gegenüber in die Tiefen des Denkens und Argumentierens zu entführen.

Selbst in den Mühen des Alters war sein Verstand brillant, sein Rat von tiefem Wert. Er verband Herz und Verstand und wird dadurch lebendig bleiben. Ich wäre gerne gläubig, um ihn im Himmel zu wissen.

Susanne Dobesch am 21. XI. 2021

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Einladung zur Buchpräsentation

Melibea Obono: Wem gehören die Bindendee
Ein afrikanisches Idyll
Deutsche Übersetzung von Susanne Doppelbauer
edition pen, Löcker Verlag 2021
19.11.2021, 19 Uhr
Hauptbücherei, Urban-Loritz-Platz 2A, 1070 Wien
Begrüßung: Marion Wisinger, Österreichischer PEN Club
Lesung: Barbara Braun
Musik: Jordi Roviró und Tjan Šoštarič
Gespräch: Wie ein Regenbogen. Über Freiheit und Menschenrechte
Mit Melibea Obono, Ramón Esono (Menschenrechtsaktivist und Künstler und Berni Ledinski (Queer-Activist, Sprecher Queeramnesty Österreich, Dragqueen „Candy Licious“)
Moderation: Max Doppelbauer, Romanist, Universität Kiel
Über die Autorin: Trifonia Melibea Obono, 1982 in Äquatorialguinea geboren, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Forscherin zu Frauen- und Geschlechterfragen in Afrika. Lehrbeauftragte an der Fakultät für Literatur- und Sozialwissenschaften der Nationalen Universität von Äquatorialguinea in Malabo. Obono ist die bekannteste afrohispanische Schriftstellerin und LGTBQ-Aktivistin.
“Wem gehören die Bindendee”, nach deren Besitzer Melibea Obono hier im Titel rhetorisch fragt, bedeutet Frauen UND Prostituierte in ihrer Muttersprache Fang. Es ist der erste Roman der äquatorialguineischen Schriftstellerin Melibea Obono, der in deutscher Übersetzung präsentiert wird.