Manifest „Demokratie der Phantasie!“

Der Österreichische PEN-Club schließt sich dem Manifest „Demokratie der Phantasie!“ an

Die Charta des PEN International beginnt mit der Feststellung, dass Literatur keine Grenzen kennt. Gemeint sind damit sowohl die wirklichen als auch, nicht weniger wichtig, die nur eingebildeten Grenzen.

Der PEN tritt Vorstellungen von nationaler oder kultureller Reinheit entgegen, die Menschen darin hindern sollen, einander zuzuhören, voneinander zu lesen und zu lernen. Eine der tückischsten Arten der Zensur ist die Selbstzensur – wenn die Furcht, sich angreifbar zu machen, Mauern um die Vorstellungskraft errichtet.

Der PEN ist der Auffassung, dass die Phantasie es Schriftsteller/innen und Leser/innen erlaubt, den eigenen Platz in der Welt zu transzendieren und um die Vorstellungen anderer zu erweitern. Für etliche Schriftsteller/innen war dieser eigene Platz in der Welt das Gefängnis. Sich etwas anderes vorstellen zu können bedeutete für sie innere Freiheit; oft ermöglichte es erst, zu überleben.

Die Vorstellungsgabe ist das eigentliche Gebiet aller Entdeckungen. Ideen kommen dadurch in die Welt, dass jemand sie hat. Die tiefste menschliche Erfahrung siedelt oft dort, wo die Widersprüche der Metaphern und Vergleiche zusammenfließen.

Seit bald einhundert Jahren steht der PEN für die Freiheit des Ausdrucks. Der PEN verteidigt und glaubt an die Freiheit der einfühlenden Vorstellung. Dabei erkennen wir an, dass es Vielen bisher nicht möglich war, die eigene Geschichte zu erzählen.

PEN INTERNATIONAL VERTRITT DIE FOLGENDEN GRUNDSÄTZE:

Wir verteidigen die Phantasie.
Wir glauben, dass sie frei ist wie die Träume.
Wir erkennen die Schranken, die so Viele daran hindern,
ihre eigene Geschichte zu erzählen.
Wir trachten danach, diese Schranken abzubauen.
Wir glauben, dass die Vorstellungskraft sich in jede menschliche Erfahrung einfühlen kann.
Beschränkungen nach Zeit, Ort oder Herkunft lehnen wir ab.
Wir wissen, dass Versuche, die Vorstellungskraft zu kontrollieren Fremdenangst, Hass und Spaltung hervorbringen können.
Die Literatur übertritt alle wirklichen und eingebildeten Grenzen.
Ihr Reich ist stets universell.

Einstimmig verabschiedet auf dem 85ten PEN-Weltkongress,
am 2. Oktober 2019 in Manila, Philippinen

Eingebracht von

Jennifer Clement, Präsidentin PEN International
Per Wästberg, ehemaliger Präsident PEN International,
Vorsitzender des Komitees für den Literaturnobelpreis
Eric Lax, Vizepräsident PEN International
Nayantara Sahgal, Vizepräsidentin PEN International
Ngugi wa Thiong’o, Vizepräsident PEN International
Paul Muldoon, Präsidiumsmitglied PEN Amerika

Übersetzt von Joachim Helfer

Das Manifest des internationalen PEN im originalen Wortlaut

NOTFALL: COVID-19. Texte zu und in der Pandemie.


„Notfall: Covid-19.
Texte zu und in der Pandemie.“
edition pen LÖCKER

Hg. von Reinhart Hosch
und Helmuth A. Niederle

 

 

 

In den gängigen Diskussionen über den Coronavirus sind die eurozentristischen und im besonderen Fall von Österreich die austrozentristischen Standpunkte vorherrschend. Es gibt keinen Grund die Probleme, die diese Pandemie in einem entwickelten Land wie dem unseren anrichtet kleinzureden, aber die Auswirkungen der Krankheit in Regionen, die medizinisch nicht so entwickelt sind, gilt es im Diskurs mitzudenken. Wenn Menschen obdachlos sind – das trifft für zahlreiche Länder südlich und östlich von Europa zu – ist eine Ausgangssperre (Lock down) prinzipiell nicht durchsetzbar. Trotzdem sind diese Menschen Opfer exzessiver polizeilicher Gewalt. In dem Buch „Notfall: Covid-19“ wird eine Themenvielfalt behandelt, welche die Probleme in unseren Breiten fast klein erscheinen lässt. Dass der problematische Umgang mit den in Österreich verbrieften Grundrechten Anlass zur Sorge bietet, wird in mehreren Beiträgen erörtert.

Beiträge von –
Elisa Asenbaum, Sunil Awachar , Dato Barbakadse, Georg Biron, Hugo J. Bonatti, Eleonora Bögl, Tsippy Levin Byron, Chandrakant Channe, Manu Dash, Boubacar Boris Diop, Tilman Eder, Herbert Eigner-Kobenz, Alexander Emanuely, Stephan Eibel Erzberg, Amlanjyoti Goswami, Ananya S Guha, Max Haberich, Ishraga Mustafa Hamid, Elfriede Hammerl, Marián Hatala, Reinhart Hosch, Aftab Husain, Sarita Jenamani, Ida Leibetseder, Karl Lubomirski, Christina Kainzbauer, Harald Kollegger, Wolfgang Kubin, Harish Mangalam, Anton Marku, Manfred Matzka, Wolfgang Mayer König, Satya Mohanty, Ulli Moschen, Annemarie Moser, Helmuth A. Niederle, Alexander Peer, Eva Petrič, Traude Pillai-Vetschera, Lorena Pircher, Doron Rabinovici, Michael J. Reinprecht, Sophie Reyer, Wolfgang Martin Roth, Gerhard Ruiss, Christian Teissl, Ingrid Thurner, Claudia Taller, Christoph Temnitzer, Katharina Tiwald, Ingrid Thurner, Irene Santori, Clementine Skorpil, Kurt F. Svatek, Vladimir Vertlib, Santiago B. Villafania, P. P. Wiplinger, Alfred Zellinger, Slavoj Žižek

NEUERSCHEINUNG

“Das Unsagbare sagen.
mulieris mundi II”

Hg. Helmuth A. Niederle
edition pen LÖCKER

 

 

 

 

Gewalt gegen Frauen und Mädchen zählt laut UNO zu den meistverbreiteten Menschenrechtsverstößen weltweit. Entsprechend dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, Anlass weltweiter Proteste und Veranstaltungen zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeglicher Form gegenüber Frauen und Mädchen, richtet der PEN ein entsprechendes Symposion aus. Das Arbeitsergebnis des jüngsten Symposions zu Gewalt und Trauma. Praxis und literarische Verarbeitung, liegt nun in Buchform vor:

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NEUERSCHEINUNG

„Manifest|o Alpe-Adria. Stimmen für eine Europa-Region des Friedens und Wohlstands.“
Werner Wintersteiner, Cristina Beretta, Mira Miladinovic Zalaznik (Hg.)
edition pen, Löcker Verlag

 

 

 

Das Alpen-Adria Manifest, verfasst im Gedenkjahr 2018, ist ein Aktionsprogramm für eine Friedensregion Alpen-Adria. Es plädiert dafür, Erinnerungsarbeit als „Zukunftsarbeit“ zu betreiben und aus der Rückschau auf das letzte Jahrhundert Lehren zu ziehen für eine grenzüberschreitende Politik der Gerechtigkeit und der Freiheit.

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NEUERSCHEINUNG

Michael Guttenbrunner – Fortsetzung der Werkausgabe

Nachdem letztes Jahr alle Bände “Im Machtgehege” (Werke Band 1) in einer vollständigen Ausgabe erschienen, liegen nun auch sämtliche Gedichtesammlungen Michael Guttenbrunners  in einem Band vor.  Band 2 der Werkausgabe “Nicht völlig Tag und auch nicht völlig Nacht.” ist ab sofort bei Löcker Verlag und via PEN Club erhältlich.

“Nicht völlig Tag und auch nicht völlig Nacht.”
Gesammelte Gedichte
Werke Band 2
Herausgegeben und mit einer Nachbemerkung versehen von Helmuth A. Niederle

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