MACHT SPRACHE POLITIK

Die Plattform “Der Wert der Demokratie” gegen verbale Gewalt.

Gast: Dr. Marion Wisinger, Historikerin und Autorin, Präsidentin des Österreichischen PEN-Clubs, Vorstandsvorsitzende des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte.

Moderation: Johann Kneihs

13. Mai 2024, Punkt Eins, ORF
oe1.orf.at

 

Plattform “Der Wert der Demokratie”

Gründungserklärung und Pressekonferenz

2.5.2024 Presseclub Concordia
Heute fand die Pressekonferenz der neu gegründeten Plattform österreichischer und Südtiroler Autorinnen- und Autorenverbände für Grund-, Freiheits- und Menschenrechte, “Der Wert der Demokratie”, statt. Am Podium die Vertreter:innen der Gründungsmitglieder: Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) Doron Rabinovici (GAV), Marion Wisinger (Österreichischer PEN-Club) und Christian Teissl (Österreichischer Schriftsteller/innenverband).

derstandard.de

msn.com

GRÜNDUNGSERKLÄRUNG
Der Wert der Demokratie
Plattform österreichischer und Südtiroler Autorinnen- und Autorenverbände für Grund-, Freiheits- und Menschenrechte

Wer wir sind
Die literarischen Verbände Österreichs und Südtirols haben sich zu einer Plattform zusammengeschlossen, um als gemeinsame Stimme wahrgenommen zu werden. Es ist Zeit, sich dem Wandel der politischen Verhältnisse entgegenzustellen und der zunehmenden Abwertung demokratischer Instanzen und Errungenschaften Einhalt zu gebieten. Gegründet wurde die Plattform von der IG Autorinnen Autoren, dem Österreichischen PEN Club, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung und vom Österreichischen Schriftsteller/innenverband.

Wofür wir stehen
Die Plattform österreichischer und Südtiroler Autorinnen- und Autorenverbände Der Wert der Demokratie versteht sich als Einrichtung, um politischen Akteurinnen und Akteuren, die das demokratische System durch Verleumdung, Hetze, Lüge und Täuschung desavouieren wollen, deutlich und nachdrücklich zu widersprechen. Anbiederungen an menschenfeindliche Diskurse, die Instrumentalisierung von Ressentiments, Anlehnungen an den Sprachgebrauch der NS-Zeit und der Einsatz belasteter Termini sollen kontextualisiert und der Verharmlosung entzogen werden. Die Plattform wendet sich gegen sprachliche und gesellschaftliche Verrohung, meldet sich mit grundsätzlichen Stellungnahmen zu Wort und tritt in Dialog mit allen, die gegen diese Entwicklung Widerstand leisten. Die Mitglieder der Plattform Der Wert der Demokratie erarbeiten und formulieren gemeinsam Texte zu gesellschaftlichen Anforderungen und zur gesellschaftlichen Orientierung und stellen sie zur allgemeinen Diskussion. Die Plattform tritt in Kontakt mit NGOs und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich für die Demokratie und die Menschenrechte einsetzen. Sie begegnet jeglichem Angriff auf die Freiheit der Kunst, der Verleumdung der Medien und dem Missbrauch der sozialen Medien. Es geht darum, substanzielle Antworten auf Zeitfragen zu geben.

Was wir planen
Die Plattform nimmt Anfang Mai dieses Jahres ihre Arbeit auf, stellt ihren Vorhaben vor und beginnt den Dialog mit den Medien und der Öffentlichkeit. In weiterer Folge sind in regelmäßigen Abständen von den Verbänden gemeinsam verfasste und veröffentlichte Kommentare, Statements und Appelle geplant, die sich mit antidemokratischen Begriffen, Tendenzen und Entwicklungen auseinandersetzen. Ziel ist, eine politisch-sachliche Diskussion mit der Zivilgesellschaft zu initiieren und Politikerinnen und Politiker darin zu bestärken, differenzierte Haltungen einzunehmen, nicht nur nach außen, genauso parteiintern.

Was wir wollen
Wir wollen über Wahlkämpfe und Wahlen hinaus eine andere Sprache der politischen Auseinandersetzung etablieren, die nichts schönredet und nicht skandalisiert. Wir wollen die politische Sprache aus ihren Verschwörungstheorieecken und Werbebotschaften heraus holen. Wir wollen zu einem Sprachgebrauch bewegen, der sich der Verwendung von Begriffen bewusst ist und nicht nur aufnimmt, was mit der Verwendung von Begriffen bezweckt wird. Wir wollen einer Sprache, mit der die Demokratie sturmreif geredet werden soll, ihre beabsichtigten Wirkungen nehmen.

Womit wir uns befassen
Begriffe wie Systemparteien, Systempolitiker, Lügenpresse, Volkskanzler, Einheitspartei, Einheitsparteien, Umvolkung, Bevölkerungsaustausch, Remigration, Normalität, Normalisierung, Ausländer, Emigrant, Überfremdung, Festung Europa, Festung Österreich, Leitkultur, Volksverrat, Volksverräter, Fahndungsliste, Globalismus, Europa der Vaterländer, Eurokratenzirkel, Tag des Sieges, Kettenbrechen, Unbeugsamer Wille, Jahr der Wende, Schicksalsjahr, Jahr der Entscheidung, Erlösung, Entwurzelung, Verantwortungsflüchtlinge, ÖKO-Terroristen oder Genderwahn werden in den Kontext ihrer Ursprünge und Verbindungen gestellt.

Grundsätze, an denen sich die Plattform Der Wert der Demokratie orientiert
Basis aller Demokratiebestrebungen sind die Verwirklichung und Einhaltung der Grund-, Freiheits- und Menschenrechte. Ohne diesen rechtlichen Rückhalt haben Demokratien keinen Bestand.
Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Haltungen ist unerlässlich. Nur Wissen kann Vorurteile beseitigen helfen.
Selbstkontrolle ist ein Wesensbestandteil der Demokratie. Gewaltentrennung und Vielfalt, Unabhängigkeit und Eigenständigkeit garantieren sie.
Jede Einschränkung der Freiheit und Unabhängigkeit der Kunst, der öffentlichen Meinung, Wissenschaft und Justiz ist eine Beschneidung der Rechte aller.

Plattformsprecher/innen sind
Die Ansprechpersonen der Gründungsmitglieder der Plattform sind: Jopa Jotakin (Grazer Autorinnen Autorenversammlung), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren),  Marion Wisinger (Österreichischer PEN-Club), Christian Teissl (Österreichischer Schriftsteller/innenverband)

Der Plattform gehören an
Alte Schmiede Kunstverein Wien
BÖS – Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog:innen, Wien
Drama Forum, Graz
Edition Exil/Verein Exil, Wien
Europa-Literaturkreis Kapfenberg
Grazer Autorinnen Autorenversammlung, Wien
IG Autorinnen Autoren, Wien
IG Übersetzerinnen Übersetzer, Wien
Kärntner SchriftstellerInnenverband – KSV
Kolik – Zeitschrift für Literatur, Wien
Literarische Gesellschaft St. Pölten
Literatur:Vorarlberg, Feldkirch
Österreichischer PEN-Club
Österreichischer Schriftsteller/Schriftstellerinnenverband
Podium Literaturkreis, Wien
Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung, Bozen
Turmbund – Gesellschaft für Literatur und Kunst, Innsbruck
Unabhängiges Literaturhaus NÖ, Krems
Werkraum Abersee, Oberösterreich
Wiener Wortstätten, Wien
(Wien, 2.5.2024)

 

PRESSEKONFERENZ

Presseclub Concordia
2.5.2024, 10 Uhr
Der Wert der Demokratie
Plattform österreichischer Autorinnen- und Autorenverbände für Grund-, Freiheits- und Menschenrechte
In den letzten Wochen hat sich ein breiter Zusammenschluss von Autor/inn/enverbänden und Literatureinrichtungen konstituiert, um Begriffe, die in die politische Debatte eingebracht werden, in ihrem Wert für die Demokratie zu überprüfen. Insbesondere, wenn es um Begriffe geht, die in Wahlkämpfen eingesetzt werden und denen im allgemeinen Sprachgebrauch und Denken Platz verschafft werden soll.
Am Podium:
Doron Rabinovici, Grazer Autorinnen Autorenversammlung
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Christian Teissl, Österreichischer Schriftsteller/innenverband
Marion Wisinger, Österreichischer PEN-Club
Rückfragen & Kontakt:

Der Österreichische PEN-Club hat eine neue Präsidentin

Die Historikerin und Autorin Marion Wisinger übernimmt ihr Amt mit Engagement und beruft sich auf die historische Verantwortung des PEN

Wien (OTS) – „Der PEN als traditionsreichster Schriftstellerverband Österreichs versteht seine 100-jährige Geschichte als Auftrag, sich den wesentlichen Zeitthemen zu stellen“, so die neue Präsidentin, Marion Wisinger, die den langjährigen Präsidenten Helmuth A. Niederle ablöst. Die künftigen Aufgabengebiete sieht sie in der Literaturförderung und der internationalen Menschenrechtsarbeit, aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Verbänden in Österreich. „Den PEN wieder zur starken Stimme im Literaturbetrieb zu machen, sich für Demokratie und Meinungsfreiheit einzusetzen“, und den in anderen Ländern zunehmend verfolgten Autorinnen und Autoren zur Seite zu stehen, sind die Arbeitsschwerpunkte der neuen Präsidentschaft und des Vorstands. Viele der weltweit über 140 PEN-Zentren des PEN International sehen sich gezwungen, in ihren Ländern in undemokratischen Verhältnissen oder illiberalen Demokratien zu agieren. Ihre Mitglieder arbeiten unter schwierigen Verhältnissen, viele verstummen zusehends. „Es geht um das freie Wort, das es zu bewahren gilt, aber auch um die Entschlossenheit, sich in Österreich jeglicher Demontage der Grund- und Menschenrechte entgegenzustellen“, formuliert Marion Wisinger als eine historische und zukünftige Aufgabe des Österreichischen PEN-Clubs.
Credits: Günter Pichlkostner

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