Liebe Freund*innen, liebe Kolleg*innen,
wir treten mit einer dringenden Bitte an Sie heran. Wie Sie wissen, bemüht sich der Österreichische PEN Club seit Jahrzehnten darum, verfolgte und inhaftierte SchriftstellerInnen zu unterstützen. Das Writers in Prison Komitee steht in Kontakt mit anderen PEN-Zentren, in der edition PEN werden Texte veröffentlicht, es wird alles getan, um sich dem Verschwinden und Verstummen unzähliger Menschen entgegenzustellen. Besorgniserregend ist u.a. die Lage in Belarus, wo der PEN und andere Schriftstellerverbände aufgelassen wurden – die Konten sind gesperrt, die Computer beschlagnahmt – die Vorstandsmitglieder und Kolleg*innen sind auf der Flucht oder tauchten unter.
Es ist gelungen, in der Nähe von Wien eine Residenz für verfolgte Autor*innen einzurichten, zudem haben Mitglieder des PEN dankenswerterweise eine Wohnung in Wien bereitgestellt, um in größter Not rasch zu helfen. Für Verpflegung und notwendige Besorgungen, Fahrtkosten und Ausgaben des täglichen Lebens benötigen wir dringend Ihre Unterstützung, jede Zuwendung ist uns willkommen. Sämtliche Spenden, die an den PEN gehen, sind steuerlich absetzbar, eine detaillierte Abrechnung wird selbstverständlich vorgelegt. Vielen Dank!
Kontakt: info@penclub.at oder 068181390356 (Marion Wisinger, WiP)
IBAN: AT 62 1200 0106 1019 0700 (Verwendungszweck: Belarus)

Henri Cole – Der sichtbare Mensch / The visible man – herausgegeben und übersetzt von Hans Raimund

The diver descends naked,

until exhausted, drawing up the sink – stone,

then the oysters, only to plunge again

into the onyx river, which, like love,

cannot grant one everything

while transfiguring the color, form,

and meaning of existence.

 

Der Taucher sinkt nackt hinab,

bis er, erschöpft, die Gewichte hochzieht,

dann die Austern, nur um sich wiederum

in den Onyxfluss zu stürzen, der, der Liebe gleich,

einem nicht alles gewährt,

während er die Farbe umwandelt, die Gestalt

und die Bedeutung der Existenz.

 

Wir freuen uns über Ihre Bestellungen auf info@penclub.at!

 

Aus gegebenem Anlass

Heiß ist er der Sommer. Wahrscheinlich viel zu heiß! Abkühlung wird gesucht. Man plätschert im Meer oder wandert durchs Gebirge, manche nehmen sich ein Bahnticket und machen eine schöne Reise, um sich zu erholen. Ist die Sommerpause wirklich angebracht? Die Taliban haben Afghanistan wieder in Besitz genommen. Die ersten Berichte über Tötungen, Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen von Frauen und Mädchen sind über die sozialen Netzwerke und ausländische TV-Stationen bekannt geworden. Bedroht sind all jene Frauen und Männer, die während der letzten zwanzig Jahre an die Entstehung eines demokratischen Staats in Afghanistan geglaubt und daher auch mitgewirkt haben.
Während die deutsche Bundeskanzlerin Angelika Merkel die Verhältnisse in Afghanistan als „bitter, dramatisch und furchtbar“ beschreibt, hält der österreichische Innenminister Karl Nehammer unbeirrbar an Abschiebungen fest und sollte dies gar nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention einhergehen, will er Lager in den Nachbarstaaten errichten. Das nennt sich Hilfe vor Ort.
Noch beredter ist das Schweigen vieler österreichischer PolitikerInnen. Sind sie womöglich auf Urlaub? Wäre nicht der Moment gekommen, eine überparteiliche Plattform zu bilden und – auch gegen die Parteiräson – zu fordern, Afghan*innen unverzüglich in Österreich aufzunehmen? Die Namen der Schriftstellerinnen, Malerinnen, Bildhauerinnen, Musikerinnen, Frauenrechtlerinnen und Wissenschaftlerinnen sind bekannt. Es ist keine Zeit zu verlieren, auch nicht in der Urlaubssaison.
Marion Wisinger, Beauftragte für Writers in Prison
Helmuth A. Niederle, Präsident Österreichischer PEN Club

Neu in der edition pen

“Jedes Fest führt zur Enttäuschung und zu neuer Hoffnung – im Leben des Einzelnen genauso wie in der kollektiven Geschichte mit ihren stets nur vorläufigen Triumphen. Dies ist einer der Leitgedanken des auf Okzitanisch verfassten, monumentalen Romans LA FESTA von Robert Lafont.”

Bestellungen unter info@penclub.at